- Eine mit zehn Kameras ausgestattete vollautomatische Prüfanlage von Martin Mechanic testet Präzisionsdrehteile µ-genau. Die MPV 1730 ist die sechste Anlage seit 2005, die die filigranen Bauteilchen des Automobilzulieferers mit Hilfe tele- und endozentrischer Optiken unter die Lupe nimmt.
Automatische Prüfung im µ-Bereich
Die Miniatur-Ventilklappen aus hochlegiertem Stahl, die einzeln nachgeschliffen werden, regeln den Luftstrom im Innern eines Hochdruckventils. Entsprechend passgenau müssen Durchmesser und Winkel bei Schaft und Dichtflächen stimmen. Um diese Maße auf den Millionstel Meter überprüfen zu können, hat Martin Mechanic in achtmonatiger Neuentwicklung das Prüfzentrum weiter verfeinert und noch umfangreicher ausgestattet.
Vom Bunker aus durchlaufen die Bauteilchen mit einer Taktzeit von 3,6 Sekunden die Prüfanlage, um am Ende in fünf Kategorien sortiert zu werden. Über den Vibrationsfördertopf bekommt die erste Kamera das Teil vor ihre Linse und erkennt seine Lage. Die Vereinzelung übergibt es lagegenau in einen Doppelgreifer, der es in den Rundtisch legt. Dieser dreht sich und schwenkt automatisch, wodurch die sensible Kamera die Dichtfläche genau analysieren kann.
Alle Seiten des hochlegierten Stahls werden exakt auf Lunker, Kratzer und Risse abgetastet. Ständig werden die Ventilklappen mit den Mustern abgeglichen. Durch hartes Messen werden Fehler auf der Oberfläche sofort erkannt. Letzte Prüfstation ist die übergreifende Endkontrolle. Über eine Weiche werden die guten Bauteile am Ende der Prüfkette sofort in den Gutteile-Behälter gelegt; die restlichen werden nach ihren Fehlermerkmalen in vier weitere Behälter aussortiert, nachgearbeitert und erneut geprüft.
Bei der Entwicklung der Auswerte-Algorithmen hat der Sondermaschinenbauer nichts dem Zufall überlassen, sondern die Software gleich selber mit entwickelt. Deshalb war der Aufwand für die PC-basierte Bildverarbeitung, die mit 16 Quad-Core-Prozessoren rechnet, enorm.
Gegenüber der ersten Anlagengeneration kann die neue Prüfanlage nun noch schneller und exakter alle Fehlermerkmale kontrollieren sowie weitere Funktionen übernehmen. Bedienkonzept und Darstellung wurden deutlich verbessert. Die Fehlererkennung der vier wichtigsten Kameras kann parallel an den Kontrollbildschirmen mit verfolgt werden.
Die Prüfanlage ist aus schwerem Stahl gebaut und verschweißt, wodurch Fehler durch Vibration vermieden werden. Das Konzept der vorbeugenden Wartung wurde konsequent umgesetzt. So werden alle bewegten Kabelsätze gesteckt ausgeführt und im Rahmen der geplanten Wartung ausgetauscht. Wo möglich, werden Lagerstellen durch eine Zentralschmierung versorgt. Ein Datenlogging mit Überwachung von Motorströmen rundet das Konzept ab.
Eine weitere Prüfzelle vom nahezu gleichen Typ befindet sich bereits im Bau, um einzelne Merkmale der Teile mit noch höherer Genauigkeit im zehntel µ-Bereich messen zu können.
Martin Mechanic Friedrich Martin GmbH & Co KG www.martinmechanic.com
