- Getrennte Montagelinien und fliegende Auftragswechsel sind für ein 50-Mann-Unternehmen eher ungewöhnlich. Nicht für den Sondermaschinenbauer BDG aus Künzelsau, der moderne Management-Methoden mit effizienter Servo-pneumatik und Proportionaltechnik von Festo verbindet.
Varianten variabel managen
Die flexiblen Prüf- und Fertigungssysteme von BDG bestehen aus einzelnen Modulen, so dass Endkunden mit Umplanungen und Kapazitätserhöhungen leicht auf Marktveränderungen reagieren können. Bestes Beispiel ist die Montage- und Prüfanlage zur Herstellung von Rohrstopfen für die Ventiltechnik. Sie ist so flexibel, dass sich auf ihr viele Varianten von Stopfen fertigen lassen.
Die Ober- und Unterteile werden in einer einzigen Anlage zusammengeführt und gedrückt, laserverschweißt und auf dichte Schweißnähte geprüft. „Für unseren Endkunden ist die Anlage ein riesiger Produktivitätsfortschritt", erklärt Lars Brenner, Leiter Organisation, „bisher betreibt er mehrere teilautomatisierte Anlagen für verschiedene Varianten, auf denen nicht alle Durchmesser und Längen verarbeitet werden können." In der neuen Maschine sorgen jetzt zwei Wendelfördertöpfe für fliegenden Auftragswechsel.
Zur flexiblen Anlage passt auch die pneumatische Automatisierungstechnik. Schon in der ersten Station steuert der Positioniercontroller CMAX zwei DGCI-Achsen an. Die servo- pneumatischen Achsen verfahren zu unterschiedlichen Positionen – je nach Rohrstopfentyp und notwendiger Taktzeit. HGPT-Greifer in Verbindung mit dem Sensor SOEC setzen die Unterteile auf Werkstückträger, ein Bandsystem befördert sie zu zwei Portalen.
Die einbaufertig gelieferten Portale mit EGC-Spindelachsen und elektrischem Normzylinder DNCE setzen die Oberteile auf die Rohrstopfenunterteile. Die darauf folgende Station verpresst die beiden Teile und verschweißt sie anschließend per Laser.
In der Prüfstation steckt servopneumatisches Know-how: Jeweils vier Mal vier DGCI-Achsen mit Zwischenstellungsmodul und Soft-Stop CMPX für zwei Endlagen und Mittelstellungen versehen ihre Aufgaben tadellos. Dank Servopneumatik mit dem Mengen-Proportionalventil VPWP erzielen pneumatische Achsen ähnliche Eigenschaften wie elektrische – nur zu geringeren Kosten.
„Die einbaufertig gelieferten Handhabungsportale sowie die Montageplatten haben dazu beigetragen, dass wir uns auf unsere Kernkompetenz, das an die Automatisierung gekoppelte Prüfen, konzentrieren konnten", berichtet Brenner. „So wurde die Anlage in einem Dreivierteljahr fertig gestellt."
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