Stets den richtigen Roboter
Highspeed-Packing war schon immer die Domäne von Fanuc-Robotern wie dem LR Mate oder dem eigens für die Lebensmittelindustrie entwickelten M-430iA. Vor Jahren schon baute das Schweizer Systemhaus Robotec Solutions eine Anlage mit LR Mate-Robotern zum Picken von Pralinen. Zum Zeitpunkt des Baus der Anlage waren die eingesetzten Roboter die Messlatte im Tempowettbewerb.
Jetzt gelten die Delta-Roboter M-3iA und vor allem der M-1iA als das Maß für den Markt. Dabei haben auch zahlreiche andere Robotertypen aus dem Fanuc-Programm schon für Furore als Highspeed-Packer gesorgt, beispielsweise der M-10iA in einer Applikation für das Packen von Quark in Bechern.
Je schneller es gehen muss, desto wahrscheinlicher ist der Einsatz von Visionsystemen oder einer Softwareoption wie Line Tracking. In der Anlage zum Verpacken der Sahnequark-Becher ist es beispielsweise ein 2D-Visionsystem. Reicht ein solches System nicht aus, hält Fanuc das eigene 3D iRVision-System bereit, inzwischen sogar als Farbvision-System.
Extrem schnelle Anwendungen erfordern oft die Kombination von Vision und Linetracking. In der Robotersteuerung sind solche Features von Haus aus vorgesehen. Die Inbetriebnahme ist daher sehr einfach.
Jeder vierte Fanuc-Roboter geht im Bereich General Industry in das Anwendungssegment Verpacken/Palettieren. Das zeigt, wie stark Fanuc mit seinen Systempartnern hier unterwegs ist. Betrachtete man die einzelnen Arbeitsschritte früher als getrennte Segmente, sind die Anwendungsbereiche nicht zuletzt durch die für Fanuc-Roboter häufige Kombination Picken/Packen oder Packen/Palettieren eng zusammengewachsen. Demnächst „feiert" der erste industrietaugliche Palettierroboter in Knickarm-Mechanik, der M-410i, 20 Jahre Marktpräsenz. Bei Fanuc steht das gleichzeitig für Markterfolg.
Wer, wie in der Werbung, „seinen Freunden ein Küsschen gibt", hat zuvor Fanuc-Roboter beim Picken, Packen und Palettieren beschäftigt. Gut möglich, dass auch die im Winter aktuellen Schokoladen-Nikoläuse mit Hilfe von Fanuc-Robotern produziert oder in Trays verpackt wurden. Dass nicht verzehrte Weihnachtsmänner im Frühjahr verpackungsmäßig zu Osterhasen mutieren, ist ein Gerücht, das sich hält, aber jeder Grundlage entbehrt. Kein Gerücht dagegen ist es, dass die Hersteller nennenswerte Stückzahlen an Robotern mit Verpackungsaufgaben für Hasen und Nikoläuse beschäftigen – immer häufiger in Kombination mit Bildverarbeitung und Line Tracking.
Erkannt und erfasst ist ein Produkt auf einem Förderband schnell. Es muss „nur noch" gegriffen werden. Dazu entwickeln Systemintegratoren für jedes Produkt mehr oder weniger kundenspezifische Greifer, wie beispielsweise ASA für eine Hotdog-Brötchen-Anlage. Für eine ganze Reihe von Fällen ist es sinnvoll, hochflexible Greifersysteme zu entwickeln.
So werden mit dem Schwerlast-Palettierer M-410iB/700 ganze Doppellagen bei Coca-Cola gegriffen und palettiert. Um nicht für jede Gebindegröße einen eigenen Greifer vorhalten und umrüsten zu müssen, hat beispielsweise Schunk so genannte Servogreifer entwickelt, bei denen Servomotoren von Fanuc die Verstellung des Greifers übernehmen. Diese Motoren lassen sich sehr einfach als zusätzliche Achsen über die Robotersteuerung ansteuern.
Solche Funktionalitäten nutzt auch einer der größten Anlagenbauer für die Getränkeindustrie: Das italienische Unternehmen Elettric80 integriert Funktionen wie Stretchen („Silk Worm") oder lagenweises Umsetzen vom Förderband auf Paletten („ Dragon Fly"). Zusätzliche Achsen vom Robot Controller ansteuern zu lassen, gehört hier zum Standard.
Wolfgang Saller FANUC Robotics Deutschland GmbH www.fanucrobotics.de
