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Energiemanagement im Betrieb: erste Zertifizierungen nach DIN EN 16001

Der Mensch spielt eine zentrale Rolle

Mit einem Dekra-Zertifikat nach der Norm DIN EN 16001 ist Weidmüller eine der ersten Firmen mit einem zertifizierten Energiemanagement. Begonnen hat man zunächst mit der Beseitigung alltäglicher Mängel und so auf Anhieb 340 000 Kilowattstunden pro Jahr eingespart.

Zudem wurde ein Energieteam aufgestellt. Hier beraten sich Mitarbeiter mit verschiedenen Kernkompetenzen über Möglichkeiten und Ideen – derzeit in rund 30 Projekten. Grundsätzlich fußt das Managementsystem des Elektrotechnik-Unternehmens aber vor allen auf zwei Säulen:

· Technik: Mit einer Energieerfassung lassen sich Energieströme visualisieren, die Energiefresser schneller finden und Sparerfolge besser darstellen.

· Mensch: „Besonders hohen Einfluss haben aber auch engagierte Mitarbeiter, die mitdenken und mitmachen", betont Weidmüller.

Schneider Electric hat die Energiemanagement-Systeme an den Standorten Ratingen, Wiehl-Bomig und Drolshagen vom TÜV Rheinland nach DIN EN 16001 zertifizieren lassen. Deutschlandchefin Rada Rodriguez: „Ziel ist es, unsere Energiekosten dieses Jahr um vier Prozent zu senken. Dabei haben wir den Vorteil, dass wir das gesamte Energiemanagement mit unseren eigenen Lösungen realisieren können."

Schulungen sensibilisieren

Für die Ermittlung der Verbrauchswerte kommen Messgeräte und Netzanalysatoren der Powerlogic-Reihe zum Einsatz, die die Werte aller Standorte in einer SQL-Datenbank speichern. Anschließend werden die Daten mit der Software ION Enter- prise ausgewertet und visualisiert.

Grundsätzlich wird aber auch hier alles auf den Prüfstand gestellt: die großen Energieverbraucher genau so, wie Gewohnheiten im Alltag. So ist ein wichtiger Teil des Konzepts die Motivation der Mitarbeiter – „bereits kleine Verhaltensänderungen machen sich positiv bemerkbar", so der französische Konzern.

„Die zentrale Rolle beim Energiemanagement spielt der Mensch", bestätigt Thomas Schedl, Vorstand des Beratungshauses Sempact. „ Man muss jeden Mitarbeiter sensibilisieren und aktiv mit einbeziehen." Sein plakatives Beispiel: „Firmen, die in der Produktion viel mit Druckluft arbeiten, haben ohnehin einen hohen Energieverlust, denn am Ende kommen nur vier Prozent der Energie an der Druckluftpistole an. Und wenn die Mitarbeiter mit der Druckluftpistole auch noch die Werkbank saubermachen, ist das Energieverschwendung pur. Da spart der Griff zum Handbesen viel Geld."

Damit auch jeder Mitarbeiter die Philosophie des effektiven Energiemanagements nachvollziehen kann, bietet Schedl über seine Akademie Schulungen an und bildet zudem an der Akademie zertifizierte Energie-Manager aus. Schneider Electric wiederum bietet via Internet eine Energy University mit 50 Energieeffizienz-Kursen an. Die Kurse stehen so rund um die Uhr zur Verfügung – kostenfrei.

www.weidmueller.de www.schneiderelectric.de www.sempact.de

30.11.2011


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