Profienergy schaltet ab
Profienergy ermöglicht ein aktives Energiemanagement. In kurzen Pausen bzw. Leerlaufzeiten lassen sich damit einzelne Geräte oder nicht benötigte Teile einer Maschine, in langen Pausen sogar ganze Anlagen geordnet abschalten. Die Profienergy-Kommandos verarbeiten dazu Informationen über die zeitliche Dauer der beschriebenen Stillstände.
Die für das Energiemanagement verantwortliche Steuerungseinheit sendet also den Automatisierungskomponenten wie Robotern oder Laserschneideanlagen lediglich ein Kommando, das Informationen über die Länge der Stillstandzeit enthält. Die Geräte entscheiden damit selbstständig, welche Teile abzuschalten sind, und zu welchem Zeitpunkt sie wieder in Gang gebracht werden müssen
Dabei ist gleichgültig, ob es sich um Einzelkomponente oder ganze Maschinen handelt. Um ein Gerät wieder in Betriebsbereitschaft zu setzen, wird lediglich ein Einschaltbefehl gesendet. So ist ein koordiniertes, von den jeweiligen Randbedingungen der Anwendung abhängiges Hochlaufen der Anlage möglich. Damit die Geräte energieoptimal eingeschaltet werden können, stellen sie der Steuerung ihre Hochlaufzeiten zur Verfügung. Auf Basis dieser Daten ermittelt das Energiemanagement den richtigen Zeitpunkt für das Einschaltkommando.
Um unterschiedliche Bedingungen in den Betrieben abzubilden, wurden verschiedene Use Cases definiert:
Leerlaufzeiten: Hier hält das System Teile der Anlage definiert an und schaltet solche Energieverbraucher aus, die das Potenzial zur Energieeinsparung in kurzen Zeiträumen haben, aber auch schnell genug wieder hochfahren können. Wichtige sicherheitstechnische Funktionen bleiben weiterhin erhalten. Bei der Wiederaufnahme des Produktionsbetriebes aktiviert das System die Verbraucher in einer definierten Einschaltreihenfolge und prüft, ob alle Verbraucher korrekt angelaufen sind.
Pausen: Aufgrund der bei Pausen möglichen längeren Abschaltzeiten können hier zusätzlich „träge" Anlagenteile mit längeren Abschalt- und Wiederanlaufzeiten abgeschaltet werden. Heute wird in vielen Betrieben in der produktionsfreien Zeit (Wochenende) noch ein hoher Energieverbrauch festgestellt, da Abschaltung und Wiederanlauf der Anlagen zu aufwendig im Engineering und in eventuell zusätzlich zu installierender Hardware ist.
Ungeplante Unterbrechungen: Hier sind der Zeitpunkt und die Dauer der Stillstandzeit unbekannt. Klassisches Beispiel sind Anlagenstörungen. Eine mögliche Vorgehensweise wäre, den Energiebedarf zunächst soweit abzusenken, als handelte es sich um eine kurze Pause bzw. Leerlaufzeit. Stellt sich heraus, dass die Servicearbeiten länger dauern, so kann man die Anlage in den Energiesparzustand einer langen Pause versetzten.
Erfassen von Messdaten: Profienergy trägt zu einem aktiven Energiemanagement durch das standardisierte Erfassen und Auslesen von Messwerten bei. Denn neben Messgeräten im eigentlichen Sinne ist in den Anlagen heute schon eine Vielzahl von Geräten eingebaut, die Energiewerte implizit erfassen, etwa Frequenzumrichter. Unter Nutzung dieser Daten erlaubt Profienergy auch, Maschinen lastabhängig zu steuern sowie teure Lastspitzen zu vermeiden.
(Fortsetzung: Automationspraxis 12)
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