- Auch wenn die Montage von Dichtungselementen wie geschaffen für flinke Hände in Fernost scheint: Bei Hauff-Technik zeigt eine automatisierte Montageanlage, wie intelligente Automation hilft, Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern.
Vier Scara-Roboter montieren Dichtungselemente sehr flexibel
Einfach hat sich die Hauff-Technik GmbH & Co. KG die Entscheidung über den Produktionsstandort nicht gemacht. Zwar favorisiert man Deutschland, weil Hauff bei Dichtungssystemen für Kabel-, Rohr- und Leitungsdurchführungen für Qualität steht. Aber: „Auch wir stehen unter Kostendruck. Daher musste sich „Made in Germany" unter Kostengesichtspunkten darstellen lassen", so Dr.-Ing. Michael Seibold, Geschäftsführer Hauff-Technik.
Dabei spricht einiges für Handarbeit im billigen Ausland: So gestaltet sich die Montage der Dichtungselemente relativ einfach – hinzu kommt eine große Variantenvielzahl mit kleinen Losgrößen. Georg Zink, Fertigungsleiter bei Hauff-Technik, wollte sich jedoch mit der Montage im Billiglohnland nicht abfinden. Zusammen mit Systemintegrator Holzer aus Herbrechtingen konzipierte er eine wegweisende Montageanlage.
Deren Geheimnis liegt in ihrer Flexibilität, die durch ein ausgeklügeltes Bevorratungssystem, konsequenten Robotereinsatz sowie multifunktionale Werkstückträger sichergestellt ist. Sämtliche Bauteile – von den Kernkomponenten Gummiformteile und Biegestanzteile bis zu den Zuführteilen wie Schrauben, Muttern und Unterlegscheibe – lagern in Magazinen und Behältern, die entweder direkt an die Anlage angedockt sind oder sich entlang der Anlage in Modulen zusammengefasst gruppieren.
Wie intelligent die Konzeption der Anlage ist, zeigt sich bereits an der ersten Station. Diese ist halbkreisförmig um den im Mittelpunkt thronenden Roboter – einen Epson Scara des Typs G 10 mit 850 Millimeter Reichweite – angeordnet und hält in fünf Magazinen unterschiedliche Edelstahlteile vor. Aufgabe des Roboters ist es, die richtigen Biegestanzteile aus einem der Magazine zu entnehmen und diese auf dem Werkstückträger abzusetzen. „Für die gängigen Varianten halten wir die Biegestanzteile direkt an der Station vor", erklärt Fertigungsstratege Zink. „Gehen exotischere Kleinserien an den Start, docken wir die entsprechenden Zuführmodule mit den benötigten Edelstahlteilen einfach mit dem Gabelhubwagen an. Zeitaufwand für die Umrüstung: maximal 15 Minuten."
Dass Roboter alle Aufgaben an den vier Stationen übernehmen, ist kein Zufall. Natürlich hat sich Zink auch über Alternativen in Form von Linearsystemen Gedanken gemacht. Doch der Wunsch nach maximaler Flexibilität bei gleichzeitig kürzesten Taktzeiten führte solche Überlegungen schnell ad absurdum. Heute erledigen vier Epson Scaras der Modellreihe G 10 das Aufgabenspektrum.
„Die G 10 sind trotz ihrer Größe für die Deckenmontage geeignet", lobt Zink. „Diese Möglichkeit hat unser Anlagenbauer Holzer geschickt genutzt. Drei der vier Scaras verrichten ihren Dienst an Säulen hängend, was Platz spart und Flexibilität bringt."
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