- Mit flexibler Robotertechnik von Universal Robots hat der Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson den Produktionsprozess in seiner Athener Niederlassung vollständig automatisiert. Der Leichtbauarm hat das Tempo beim Flaschenhandling um den Faktor 1,5 gesteigert.
Kollege Roboter packt Kosmetikflaschen ein
Im griechischen Werk von Johnson & Johnson werden Cremes und Lotions hergestellt, in Flaschen abgefüllt, verpackt und palettiert. Die gesamte Produktionslinie wurde 2009 mit High-tech-Maschinen automatisiert. Die einzige Nahtstelle, an der die Arbeit noch per Hand erledigt wurde, war das Umsetzen der vollen Flaschen.
Damit die Flaschen verpackt werden können, müssen sie auf dem Weg von der Abfüllanlage zur Packmaschine um 180° gedreht werden. Das war nur mit einem flexiblen sechsachsigen Roboter möglich. Allerdings ist es für eine Roboterhand nicht einfach, die Flaschen zu greifen. Sie sind klein und flach und haben ein abgerundetes Design. Deshalb muss der Roboter präzise vorgehen und darf nicht abrutschen. Da sich die Produktion je nach Auftragslage wöchentlich ändert, muss er zudem leicht neu zu programmieren sein.
Der Systemintegrator Innopro Technologies empfahl für diese Anforderungen einen Leichtbauarm von Universal Robots, der lediglich 18 Kilogramm schwer ist und über eine Hebekapazität von fünf Kilogramm verfügt. Innopro entwickelte dazu eine spezielle Greifhand, die drei Flaschen auf einmal transportiert und mit allen verschiedenen Flaschenformen und -größen zurechtkommt, die in Athen hergestellt werden.
„Die Flaschen werden durch ein Vakuum angesaugt, aufgenommen und abgelegt, ohne Kratzer zu hinterlassen oder abzurutschen", sagt Ioannis Ypatidis, Sales Manager bei Innopro. „Da das Etikett außerdem nicht bei allen Produkten auf der gleichen Seite aufgedruckt wird und die Flaschen unterschiedlich geformt sind, kann er sie sowohl von rechts als auch von links greifen. Insgesamt haben wir vier verschiedene Programme für die unterschiedlichen Produktionsabläufe erstellt."
Die Programmierung ist einfach: Per Hand wird der Roboterarm an die gewünschten Wegpunkte gezogen und sucht sich dann selbst den idealen Weg. Die Bedienung kann daher von jedem technischen Mitarbeiter der Produktion übernommen werden.
Der Roboterarm wurde Ende 2009 installiert und läuft seither ohne Ausfall rund um die Uhr. Alle 2,5 Sekunden nimmt die Greifhand nun drei Flaschen gleichzeitig auf, dreht sie über alle sechs Roboterachsen um 180° und legt sie in die Packmaschine ein. Konnten die Mitarbeiter früher durch die manuelle Arbeit 45 Flaschen pro Minute abarbeiten, so sind es mit Roboter bereits 70 Flaschen pro Minute. Ypatidis: „Soll die Produktionsgeschwindigkeit erhöht werden, können wir auch eine doppelte Greifhand aufsetzen, mit der der Roboter gleichzeitig sechs Flaschen aufnehmen und damit 140 Flaschen pro Minute bewegen kann."
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