- Als einer der größten Nahrungsmittelanbieter Schwedens setzt Atria mit 5800 Mitarbeitern rund 1,4 Milliarden Euro um und liefert zum Beispiel jährlich über 10 .000 Tonnen Fleisch für die Supermarktkette Coop. Pro Tag sind das immerhin 9000 Kunststoffmehrwegkisten mit Rinderhack und anderen Fleischwaren, die von ABB-Industrierobotern gehandhabt werden.
Roboter packt das Rinderhack
Bis 2007 erfüllten Flow-Packmaschinen, kombiniert mit Handarbeit, die Verpackungsaufgaben. Danach ging Atria daran, den Prozess zu automatisieren und auf Vorgabe von Coop auf Deckelverpackungen umzustellen. Intern hatte Denniz Erol, Betriebsleiter von Atria Chark & Deli zudem die Aufgabe, trotz begrenzten Raums die Kapazität zu erhöhen.
Zum Lösen der komplexen Aufgaben wählte Atria den Automationsspezialisten Flexlink, der gemeinsam mit den Handhabungsspezialisten Wecoma und dem Softwarehaus Nemco eine Roboterlösung konzpierte, die auf Industrierobotern von ABB basiert.
Der Prozess beginnt heute mit der Qualitätsprüfung. 25 Mitarbeiter prüfen Beschaffenheit und Farbe des Fleisches. Anschließend gelangt es je nach Sorte und Art der Verarbeitung in die entsprechende Verpackungsstation. Die Produkte kleinerer Mengen wie Schnitzel und Gulasch verpacken die Mitarbeiter manuell. Das Rinderhackfleisch bildet mit bis zu 60 Prozent den größten Anteil. Abgewogen und in Schalen portioniert kommt es auf die beiden Stationen des Verpackungssystems.
Je ein Packroboter IRB 260 arbeitet an einer der beiden Stationen. Sie bieten bei einem Gewicht von 340 kg und 1,53 m Reichweite eine Handhabungskapazität von 30 kg und eine Leistung von 60 Takten pro Minute. Dabei genügt die Schutzart IP 67 den geltenden Vorschriften.
Zum Einsatz kommt zudem die Pick&Place-Lösung Pickmaster 3 – eine PC-Applikation mit einer Software für ein robotergestütztes Vision- system. Dieses ermöglicht die Kontrolle über die Roboter; bei Bedarf inklusive der Bandfolgesteuerung (Conveyor-Tracking) peripherer Förderbänder.
Haben die beiden Packroboter jeweils vier Mehrwegkisten mit Fleischschalen gefüllt, treten zwei Palettierroboter IRB 660 in Aktion. Sie greifen je vier der zu ihnen transportierten Kisten und setzen sie auf eine Palette. Die voll beladenen Paletten stehen dann zum Transport per Lkw bereit.
Die IRB 660 sind mit 1650 kg Eigengewicht, 3,15 m Reichweite und 180 oder 250 kg Handhabungskapazität deutlich größer als ihre Packkollegen. Sie werden durch das Palettierprogramm Pickmaster 5 unterstützt.
Die Ergebnisse bei Atria sprechen für sich: Die Produktionskapazität ist von 40 kg Fleisch pro Mitarbeiter und Stunde auf 60 bis 65 kg gestiegen. Der Normaldurchsatz beträgt jetzt 9000 Kisten täglich. Bei Bedarf sind Erhöhungen möglich, zum Beispiel durch Umstellen vom Ein- auf den Zweischichtbetrieb. Auch die Arbeitsbedingungen haben sich verbessert: Einseitige Belastungen entfallen.
Das Automatisierungsprojekt schlossen die Partner in nur zwei Monaten ab. „Das war, als würde man einen Kampfjet in einer Woche bauen", resümiert Erol. Aber es ging dennoch flott: „Der Betrieb musste nur sechs Tage still stehen, wovon drei Tage auf die Installation fielen."
ABB Automation GmbH www.abb.de/robotics Interpack: Halle 16, Stand A35
Steckbrief
· Branche: Lebensmittelindustrie, Verpackung
· Aufgabe des Roboters: Aufnehmen von Fleisch / Absetzen in Schalen (Pick&Place) und weiteres Handling einschließlich Palettieren
· Eingesetzter Roboter: RB 260 zum Packen, IRB 600 zum Palettieren
· Verbesserung: Effizienzssteigerung durch schnelleres Erkennen, Greifen und gezieltes Positionieren der Produkte, hohe Anwendungs-flexibilität
· Besonderheiten: Intelligente Pick&Place-Software Pickmaster3 mit integriertem Visionsystem in ganzheitlicher Komplettlösung
