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Nach der Entnahme werden die Flaschen sortenrein über Flaschenbänder dem Einpacker zugeführt. Er setzt sie in die zugehörigen Kästen, die zuvor durch eine Kastenerkennung gelaufen sind
Für ihre vollautomatische und roboter-basierte Flaschen-Sortieranlage realisierte die Lübzer Brauerei ein neues, steuerungs- und hardwareseitig durchgängiges Konzept – zusammen mit Sidel, Güdel und SEW-Eurodrive.
Nach der Entnahme werden die Flaschen sortenrein über Flaschenbänder dem Einpacker zugeführt. Er setzt sie in die zugehörigen Kästen, die zuvor durch eine Kastenerkennung gelaufen sind
Durchgängiges Steuerungskonzept: Antriebs- und Steuerungstechnik wurden homogen realisiert

Roboter sortieren Bierflaschen

Die Mecklenburgische Brauerei Lübz GmbH ist mit rund 220 Arbeitsplätzen eine der größten Regional-Brauereien Norddeutschlands. Um für ein weiteres Wachstum gerüstet zu sein, wurde die Flaschensortierung automatisiert. Geplant und realisiert hat dies die französische Sidel-Group als Generalunternehmer.

Die technische Konzeption der Sortierung, einschließlich der Roboter zur Depalettierung, Kastenentnahme und Sortierung, dem sortenreinen Einsetzen in die Kästen und der Palettierung wurde an den Schweizer Maschinenbauer Güdel vergeben.

Der Prozess beginnt mit dem Portralroboter, über den die Flaschen gemischt zur Depalettierung in die Anlage gelangen. Die Bewegung der X- und Y-Achse übernehmen zwei Servomotoren CMP100 von SEW. Der Roboter greift eine Lage – 5 Kästen – und setzt sie auf ein Förderband, das sie zur Flaschenerkennung führt.

Im Flaschenscanner werden die einzelnen Kästen gescannt, um für den Sortierroboter die jeweilige Flaschenposition und Art des Kasteninhalts zu erfassen. Nach der Erfassung gelangen die Kästen über eine Weiche zum Sortierroboter. Dieser erhält aus der Anlagensteuerung die Daten aus der Flaschenerkennung: die Position jeder Flasche im Kasten sowie die Nummer des Bands, auf das die Flasche abgelegt werden soll.

Der Sortierroboter sortiert parallel über zwei bewegliche Portale auf die sechs Sortenbänder. Die Greifer der Roboter entnehmen immer die Flaschen von jeweils acht Kästen gleichzeitig, in Summe also 16 Kästen und sortieren diese auf eins der sechs Bänder. Der Sortierroboter kann maximal zwei Kästen pro Sekunde sortieren – und zwar mit hoher Dynamik und Präzision: Bei Verfahrgeschwindigkeiten von 3 m/s und Beschleunigungen bis 2,5 m/s2 muss er bis 4 cm an den Portalständer fahren, um die Flaschen aus den Kästen zu nehmen. Auch diese beiden Manipulatoren werden von je zwei Servomotoren CMP100 bewegt.

Nachdem der Roboter die Flaschen aus den Kästen entnommen hat, werden sie dem Einpacker sortenrein über Flaschenbänder zugeführt. Der Einpacker setzt diese Flaschen in die zugehörigen Kästen, die zuvor durch eine Kastenerkennung gelaufen sind. Die beiden Einpackroboter verfahren in drei Richtungen, weil die beiden Manipulatoren die sechs Sortierlinien bedienen, die Flaschen von dem jeweiligen Band nehmen und in vier Kästen gleichzeitig setzen müssen. Daher werden je Roboter drei CMP100-Motoren für die drei Bewegungsrichtungen eingesetzt. Die beiden Linien führen die nun sortenreinen Kästen quer weg, vom Einpacken zu den beiden Palettierrobotern (ebenfalls mit drei CMP100).

Bei der Flaschensortierung achtete Güdel auf ein durchgängiges Konzept, bei dem die Schaltschrankfläche stark reduziert, die übergeordnete Anlagensteuerung entlastet und der geringe Hallenplatz gut ausgenutzt werden. Die einzelnen Roboter wurden nicht als Insellösungen definiert, sondern die Antriebs- und Steuerungstechnik sollte hier homogen realisiert werden. Entsprechend werden alle Motoren von Moviaxis-Servoverstärkern angesteuert. Die Steuerungslogik übernimmt die IEC-Steuerung Movi-PLC jeweils mit den Softwaremodulen Entlader, Sortierer, Einpacker oder Belader.

Zum direkten Eingriff verfügen alle Roboter über ein mobiles Panel DOP11B. Falls im Sortierprozess Störungen auftreten, kann das Personal direkt eingreifen. Kapazitätsbedingt gibt es keinen Puffer in der Halle.

SEW-Eurodrive GmbH & Co KG www.sew-eurodrive.de

31.10.2011


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