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Während das Gepäckstück an der Kamera vorbeiläuft, nimmt diese 4000 Konturen pro Sekunde auf (1 Kontur entspricht 1 mm) (Bild: Vanderlande)
Das Gepäckabfertigungssystem Bagcheck scannt am Flughafen Heathrow die Umrisse von Gepäckstücken ein und sorgt damit für eine zuverlässige Separierung von sperrigen oder runden Gepäckstücken. So lassen sich Gepäckstaus und Blockierungen auf den Transportbändern um 40 Prozent reduzieren. Gesteuert wird die sekundenschnelle Sichttechnik mit PC-Control von Beckhoff.
Während das Gepäckstück an der Kamera vorbeiläuft, nimmt diese 4000 Konturen pro Sekunde auf (1 Kontur entspricht 1 mm) (Bild: Vanderlande)
Umrisse in Sekundenschnelle erkennen: Ein Steuerungszyklus darf maximal 125 µs dauern

Automatische Sichtprüfung sortiert sperriges Gepäck aus

Entwickelt wurde Bagcheck in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Logistik-Automatisierer Quintech und dem GepäckhandlingExperten von Vanderlande Industries. Ein Prototyp ist als Pilotanlage auf dem Flughafen London Heathrow bereits im Einsatz. Vier weitere Systeme sollen in Vanderlandes Gepäckabfertigungssystemen in London integriert werden.

Nachdem das Gepäck gewogen und mit einem Barcode-Etikett versehen wurde, gelangt es über das Transportband zur Sichtprüfung. Jorick Naber, Mitbegründer und technischer Leiter von Quintech: „Bagcheck erstellt mithilfe einer Konturenscan-Kamera und eines Lichtvorhangs ein hochauflösendes 3D-Bild der Umrisse des Gepäckstücks von oben." Der Lichtvorhang erzeugt die Seitenansichten, so dass man weiß, wie hoch das Gepäckstück ist, und ob es beispielsweise eine runde Form hat. „ So lassen sich in ein bis zwei Sekunden Gepäckstücke herausfiltern, die für den Standardtransport nicht geeignet sind." Während das Gepäckstück an der Kamera vorbeiläuft, nimmt diese 4000 Konturen pro Sekunde auf.

Die Synchronisation von Kamera, Beleuchtung und Transportbändern erfolgt über einen Panel-PC CP6502 mit 19-Zoll-TFT-Display. Alternativ wird ein Schaltschrank-Industrie-PC C66xx mit dem Economy-Control-Panel CP690x eingesetzt. Die Kamera ist über eine 1-Gigabit-Ethernet-Verbindung mit dem PC verbunden.

Damit die Bilder in hoher Auflösung vorliegen, verwendet Naber Zeilenkameras mit leistungsstarken LED-Zeilenbeleuchtungen, die über hochauflösende Encoder sehr genau mit der Förderbandgeschwindigkeit und –position synchronisiert sind. Damit dabei Zeilenraten bis zu 4000 Hz erzielt werden können, darf ein Steuerungszyklus nicht länger als 125 µs dauern.

Ein weiterer Vorteil von Twincat war neben der Geschwindigkeit die einfache Koppelung der Bildanalyse- und Klassifizierungssoftware dank der Nutzung der ADS-Schicht zur Verknüpfung der Variablen. „Mit unserer Software ist es möglich, zwei auf- oder nebeneinander liegende Gepäckstücke getrennt zu beurteilen, indem sie quasi virtuell auseinandergezogen werden", so Naber. „Bestehende Systeme würden das Band anhalten oder beide Gepäckstücke zum selben Flugzeug leiten."

Weiterer Vorteil ist die Datenkapazität. „Alle Bilddaten der eingescannten Gepäckstücke werden in einer SQL-Datenbank gespeichert", erklärt Naber. Dadurch lassen sich auch Gepäckstücke ohne Etikett identifizieren: Das System gleicht das Foto der eingescannten Gepäckstücke mit dem Gepäckstück ohne Etikett ab und kann so zurückverfolgen, zu welchem Passagier es gehört.

Beckhoff Automation GmbH www.beckhoff.com

31.08.2011


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