- Im oberfränkischen Redwitz betreibt Johnson Matthey eine hochdynamische Fertigung von Katalysatoren für Lkw, Kohlekraftwerke oder stationäre Dieselmotoren. Ein Manufacturing Execution System (MES) sorgt dabei für absolute Rückverfolgbarkeit der Prozesse, wie sie etwa die ISO T S 16949 für Automobilzulieferer fordert.
Software zur Fertigungssteuerung
Den Auftrag für das MES erhielt die Bayreuther Xavo, die als langjähriger Siemens Certified Solution-Partner über große Erfahrung mit der MES-Plattform Simatic IT verfügt. Aufgrund der Komplexität der Prozesse sind die technischen Herausforderungen bei Johnson Matthey hoch: Das MES-System läuft im Dreischichtbetrieb, wobei durchschnittlich 40 Nutzer gleichzeitig damit arbeiten, um viele parallele Produktionsprozesse zu koordinieren.
Zudem muss die Transparenz ständig gewährleistet sein – auch wenn die Nutzer mit PDAs im Betrieb unterwegs sind. Weiterhin muss sich ein enorm hohes Datenvolumen bewältigen lassen, das bei der Rückverfolgbarkeit aller Einzelteile entsteht.
Die Umstellung auf das MES orientierte sich am Materialfluss durch die Produktion. In der ersten Phase – Wiegen, Mischen und Kneten – muss die Zusammensetzung der Masse so optimiert werden, dass die Vorgaben erreicht werden. Das wird nun automatisch dokumentiert. In der zweiten und dritten Phase kamen drei Prozessstufen hinzu.
Das System pflegt die Produktcharakteristiken und verwaltet die Chargen und Einzelteile im gesamten Prozess. Dazu gehören das Management von Paletten und Gestellen sowie eben die vollständige Rückverfolgung. Die Module werden über einen Data Matrix Code identifiziert. Wird die Palette in den Ofen gefahren, erfasst ein Laser das Label, und die Zuordnung ist festgeschrieben.
Realisiert ist bereits die Schnittstelle zu den Robotern für die Fertigungsschritte Sägen, Vermessen, Sortieren und Verpacken. Bei der abschließenden Kontrolle zeigt das System noch einmal, welche Datenmengen es verarbeiten kann: 25 qualitätsrelevante Messwerte pro Modul werden in einer Sekunde erfasst und verarbeitet.
Positiv aufgenommen wurde das System auch von den Mitarbeitern, denn in den drei Jahren Projektlaufzeit war das Team immer direkt beim Anwender. Zudem minimiert das MES lästige Protokollarbeit und ermöglicht den Mitarbeitern so, sich voll um ihre eigentlichen Aufgaben zu kümmern. Daher denken Johnson Matthey und Xavo bereits darüber nach, das System auf die Fertigungsplanung auszuweiten.
Xavo AG www.xavo.de
