- Das roboterbasierte Setzen von Entlüftungskanälen in die Nichteisen-Sandformen hat die Metallgießerei Ohm & Häner in das Leitsystem des Formanlagenherstellers HWS integriert. „Dieser bedeutende Schritt nach vorne hat sich bei uns seit zweieinhalb Jahren bewährt", so Werksleiter Dr. Georg Dieckhues.
Roboter spricht mit Anlagenleitsystem
Konventionell stechen Former die Entlüftungskanäle entweder bei kleinen Losen manuell oder in der Serienfertigung mit hydraulisch-maschinellen Vorrichtungen. Bei wechselnden Losen muss der Former jedoch die Position, Anzahl und Einstechtiefe der Nadeln jedes Mal neu anpassen. Ein fehleranfälliger, zeit- und kostenaufwändiger Prozess.
Völlig anders die automatisierte Lösung. Aus der zentralen Datenbank parametriert das Formanlagen-Leitsystem den Roboter IRB 6620. Ohne Medienbruch übernimmt dessen Steuerungssoftware die 3D-CAD-Daten des Werkstücks als Basis für das Luftpfeifenstechen. Aus der Datenbank können die Werker außerdem Werkstück- sowie Geometriedaten und Informationen zum optimalen Belegen der Formkästen abrufen.
Zudem wird die Qualität reproduzierbar. Sensoren erkennen beispielsweise Nadelverbiegungen oder -brüche. Ein rechtzeitiger Austausch vermeidet so Ausschuss. Die digitale Datentechnik stellt optional Informationen über Stechkräfte zur Prozessüberwachung, sicherheitsrelevante sowie Daten zur Verwaltung zur Verfügung.
Das Robotersystem kann Luftpfeifen von 5 bis 10 mm Durchmesser mit maximal 650 mm Tiefe in Geschwindigkeiten bis zu 2,5 m/s stechen. In der Praxis entspricht das rund einem Loch pro Sekunde. So werden bei Ohm & Häner jährlich 500 000 bis 750 000 Luftpfeifen gestochen.
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