- Beim automatischen Verpacken von Medikamenten setzt Bayer Schering Pharma auf Industrieroboter von Stäubli. Diese punkten mit Reinigungsfreundlichkeit dank gekapselter Bauweise, steifer Struktur und hoher Präzision. In einer Linie zum Verpacken von Beuteln spielt der Sechsachser TX200 zudem seine Vorteile als Schwer- lastroboter aus.
Roboter verpacken Parenteralia
In Leverkusen stellt Bayer Schering Pharma unter strengen Hygieneauflagen Parenteralia her – das sind Medikamente zur Injektion, Infusion oder Implantation. Die Flüssigkeiten werden in Flaschen, Ampullen oder Beuteln aus Kunststoff abgefüllt. Im Anschluss daran verpacken Roboter die Medikamente für den Transport.
Seit August 2009 beweisen in einer Linie zum Befüllen und Verpacken von Beuteln zwei Stäubli Roboter ihr Können: Der kleinere RX160 ist für die Handhabung der Beutel zuständig, während der größere TX200 die leeren sowie die mit Beuteln befüllten Hordenbleche transportiert.
Der Schwerlastroboter ist in Schutzart IP65 ausgeführt und durch seine Tragkraft von nominal 100 kg besonders für den Einsatz in der Beutelverpackungslinie geeignet. Die Hordenbleche fassen 24 Beutel und sind zudem von einem massiven Stahlrahmen umgeben. Hinzu kommt das Eigengewicht des Greifwerkzeugs. Das zu handhabende Gesamtgewicht liegt so bei etwa 30 kg. Für den sicheren Griff sorgt ein zangenartiges Greifwerkzeug, das es in Verbindung mit der hohen Steifigkeit des Roboters ermöglicht, die Bleche mit der geforderten Geschwindigkeit zu befördern.
Für die Projektierung der Zelle bekam die Klaus Radke Industrietechnik den Zuschlag. „Andere Firmen wollten die Aufgabe mit Portalkranen oder mit Handlingautomaten lösen", erinnert sich Manfred Broustin, Leiter Prozessleittechnik im Parenteraliabetrieb. „Wir haben uns aber letztlich für die Lösung mit Robotern entschieden. Denn diese benötigen für die gestellte Aufgabe nicht nur die geringste Arbeitsfläche, sondern sind auch die preiswerteste Lösung."
Der Prozess geht nun folgendermaßen vonstatten: Die zu verpackenden Beutel laufen über ein Einführband getaktet in eine Becherkette. Dort entnimmt der RX160 jeweils drei Beutel und legt sie in ein Hordenblech. Dies geschieht acht Mal, so dass sämtliche 24 Plätze des Blechs belegt sind. Die belegten Hordenbleche werden auf einem Drehtisch liegend in die Entnahmeposition und das vorbereitete leere Hordenblech in die Beladepo- sition geschwenkt.
Der TX200 nimmt anschließend das befüllte Blech und legt es auf einen Stapel mit bereits gefüllten Hordenblechen. Auf dem Rückweg nimmt er ein leeres Blech auf und legt es auf den freien Platz auf dem Drehtisch. Vierzehn Hordenbleche werden insgesamt gestapelt und im Anschluss aus der Anlage geschleust.
Damit beim Auswechseln eines Hordenblechs die Produktion nicht stockt und der RX160 neue Beutel ablegen kann, organisiert die Robotersteuerung des TX200 sämtliche Abläufe – von der Pufferung der Beutelzuführung bis zur Synchronisation sämtlicher Handhabungsvorgänge. So kann auch der Wechsel der Hordenbleche ohne Zwangspausen vonstatten gehen und das Produkt kontinuierlich verarbeitet werden.
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