Bildverarbeitung als Schlüssel für flexibles Greifen
Viele Prozesse lassen sich heute dank moderner Technologie in optimierter Weise automatisieren. Roboter werden überall eingesetzt, um vorgegebene Schritte tagein tagaus mit hoher Präzision zu wiederholen. Dafür musste man in der Vergangenheit einiges an fertigungstechnischem Aufwand betreiben, um die zu greifenden Teile in eine genau definierte Position zu bringen.
Immer häufiger stellte sich die Anforderung, dass weiteres erhebliches Automatisierungspotenzial erschließbar wäre, wenn man die zu greifenden Teile ungeordnet dem Roboter zuführen könnte. Damit ein Roboter ein Teil aus einer unbestimmten Position greifen kann, musste er die Gabe des präzisen Sehens und der daraus folgenden Koordination erhalten.
Hier hat die industrielle Bildverarbeitung (IBV) entscheidende Innovationen beigetragen, und diese Entwicklung ist weiterhin von großer Dynamik geprägt. Die IBV war der Schlüssel, um Teile in ihrer Positionen exakt zu ermitteln und präzise kontrolliert abzusetzen. Wie in allen Technologien hat auch die Bildverarbeitung, als sie noch in den Kinderschuhen war, für einige Verunsicherung gesorgt, da manche Projekte nicht die erwarteten Resultate erbringen konnten.
Heute wird die Verarbeitung im 2D-Bereich sicher und effizient gehandhabt. Die Technologie hat sich zwischenzeitlich soweit entwickelt, dass viele 3D-Applikationen lösbar sind und einen entscheidenden Beitrag zur besseren Wirtschaftlichkeit beitragen. Die mit dem Roboter direkt kombinierte 3D-Bildverarbeitung ermöglicht die Reduzierung der Investitionsgüter in zunehmend vielen Bereichen der Automatisierung.
Der zuverlässige Griff in die Kiste gilt als die Königsdisziplin. Heißt dies nun, dass alle Applikationen lösbar sind? Vielleicht – aber es kommt vor allem darauf an, welchen Gesamtaufwand man betreiben muss. Das gilt sowohl für die Umsetzung der Aufgabe als auch der laufenden Anwendungsanpassung bis hin zur Wartung.
Speziell hier ist es entscheidend, die richtigen Kompetenzen vor Ort zu haben, die den Prozess als Ganzes sehen und dementsprechend eine optimierte Realisierung erzielen können. Industrielle Bildverarbeitung in der ganzen Bandbreite der Möglichkeiten richtig angewendet ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor, der enorme Kosteneinsparungen und ein gesteigertes Qualitätsimage erzielen kann. Die Verschärfung der Bestimmungen und gesetzlichen Regularien – beispielsweise in der Lebensmittel- und Medizintechnik – bedingen ein immer höheres Qualitätsbewusstsein.
Mit der umfangreichen Bildverarbeitungssoftware und BV-Entwicklungsumgebung Visionpro können selbst sehr anspruchsvolle Aufgaben der Bildverarbeitung in robuster und sicherer Funktionsweise realisiert werden. Beispielsweise ermöglicht das anwendungsspezifische Paket 3D-Locate die exakte dreidimensionale Ausrichtung und Positionsbestimmung der Objekte, selbst bei schräg oder chaotisch gestapelten Teilen.
Als komfortable Entwicklungsumgebung ermöglicht ihre Struktur nicht nur die vereinfachte BV-Programmierung, sondern auch eine optimierte Einbindung des gesamten Prozesses. Für den Anwender ist es deshalb bei anspruchsvollen 3D-Aufgaben immer wichtiger, dass er mit Systemanbietern zusammenarbeitet, die ihm die gebündelte Kompetenz von Automatisierung und Bildverarbeitung gewährleisten.
Thomas Nepstad Cognex Germany, Inc. www.cognex.com
