- Das Familienunternehmen Brista nutzt modernste Anlagentechnik, um Metalle zu stanzen, zu lochen und zu verformen. Dabei kommen seit über 20 Jahren auch Roboter von OTC zum Einsatz.
Roboter-Handling schwer auf Draht
Ein Teil des breiten Angebotes bilden Herstellung, Verzinken und Beschichten von Industrie- und Doppelstabmatten, die etwa zur Absicherung von Gewerbe- und Industriegrundstücken dienen. Der auf Spulen angelieferte Draht wird dabei über eine Ablaufhaspel auf einer automatischen Maschine gerichtet und auf Länge geschnitten. Diese Drahtstäbe werden in Bunde verpackt und einem automatisierten Widerstandsschweißprozess zugeführt. Eine Abstapelvorrichtung schichtet anschließend Gittermatten zur Weiterverarbeitung sortenrein zusammen.
Dann werden die Doppelstabmatten hochkant an ein Fördersystem gehängt, das sie durch die Pulverisierungsanlage führt. Bis vor kurzem mussten noch zwei Mann bis zu drei Matten manuell nacheinander in das Fördersystem einhängen. Um die körperliche Belastung der Mitarbeiter zu reduzieren und eine optimale Auslastung der Pulverbeschichtungsanlage zu erzielen, wollten die Entscheider diese Aufgabe über einen intelligenten Automatisierungsprozess lösen.
„Da wir bereits seit über 20 Jahren mit OTC Daihen im Bereich Robotertechnik für Schweißtechnologie zusammenarbeiten, lag es auf der Hand, sich auch bei Handlingapplikationen an unseren bewährten Partner zu wenden", erklärt Geschäftsführer Franz Brinkmann. OTC plante daher einen Handlingroboter mit anspruchsvollem Greifwerkzeug, der innerhalb von Sekunden die Matten vom Stapel aufnehmen und an das Fördersystem hängen sollte. Der AII-V500 eignet sich mit einer Tragkraft von bis zu 500 kg bestens für die Herausforderung.
Jeder Stapel setzt sich zwar aus Matten einheitlicher Größe zusammen – doch die nacheinander angelieferten Stapel können in ihren Formaten variieren. Sämtliche Stapel müssen jedoch ohne Zeitverzögerung in die Aufhängung gebracht werden. Der Handlingroboter wurde daher so programmiert, dass er halb beladene Aufhängungen so bestücken kann, dass diese auch bei Sortenwechsel auf volle Traglast kommen.
Bei der Programmierung galt es zudem zu berücksichtigen, dass die gestapelten Matten nicht immer passgenau übereinander liegen. Der Roboter muss also bei jeder Matte erkennen, wo genau sie aufzunehmen ist, damit sie den Balken und damit den zur Verfügung stehenden Raum der Pulverbeschichtungsanlage nicht überragt. Dies wurde über einen intelligenten Abstandssensor gelöst.
Selbst die Windlast, die beim Handling der 50 kg schweren Matten einwirkt, kann der Roboter durch seine eigene Statik und Wiederholgenauigkeit kompensieren. Allein der großformatige Greifer wiegt 350 kg und sorgt für eine zuverlässige Aufnahme. So lassen sich die Matten in vier Metern Höhe auf einen starren Aufnahmehaken setzen, obwohl Eigendynamik und Schwingverhalten der Elemente dagegen arbeiten.
Von der Konzeption bis zur Auslieferung dauerte es knapp vier Monate. Aufgrund der erfolgreichen Umsetzung dieses Handlingprozesses denken die Entscheider bei Brista nun auch über einen automatisierten Übergabeprozess der Matten im Anschluss an die Beschichtung nach.
OTC Daihen Europe GmbH www.otc-daihen.de
