Automatisierung für die regenerative Biomedizintechnik
Für das KMBW ist die Medizintechnik und Biotechnologie eine strategische Aufgabenstellung. Die mechatronische Schnittstelle in der Branche ist sehr groß, jedoch müssen die Maschinenbauer doch noch einige Erfahrungen und branchenbedingte Eigenheiten beachten, um in dieser Branche erfolgreich mitmischen zu können.
In der Medizintechnik werden andere Schwerpunkte gesetzt. So spielt zum Beispiel die Vermeidung von Kontamination der Proben sowie der Betrieb von Anlagen in sehr feuchten Umgebungen (z.B. Züchten von Gewebe) eine gewichtige Rolle. Daher pflegt das KMBW enge Kontakte zu beiden Branchen und vernetzt diese miteinander und schafft dadurch Innovationen in Zukunftstechnologien.
So haben wir in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IPA, den Clustern BioRegio STERN und BioPro und namhaften Unternehmen aus der Region Projekte im Bereich „Produktions- und Automatisierungstechnik für die regenerative Biomedizintechnik am Beispiel des Tissue-Engineering von Knorpelgewebe" gestartet und entsprechende Forschungsprojekte beantragt.
Bei knapp zwei Millionen arthroskopischen Operationen in Europa und USA ist der Knorpelersatz ein hervorragendes Beispiel, um die Potenziale der Produktionstechnik auf dem Gebiet des Tissue-Engineering aufzuzeigen. Hierbei haben wir absolutes Neuland betreten.
Denn die Herstellung von Gewebestrukturen in vitro wird heute noch unter manufakturähnlichen Bedingungen in Handarbeit durchgeführt. In diesem Markt sehen sich viele Unternehmen zwar mit einer wachsenden Nachfrage konfrontiert, können diese aber durch eigene Kapazitäten nicht abdecken, ohne dabei die Herstellkosten durch die Einstellung qualifizierten Personals zu erhöhen.
Die Bereitstellung von Produkten in der biologisierten Medizintechnik in größeren Stückzahlen und zu wettbewerbsfähigen Preisen kann also nur durch standardisierte und automatisierte Produktionstechnologien erfolgen. Außerdem müssen diese Produktionstechnologien hochflexibel sein, um den ständig sich ändernden Ansprüchen der biologisierten Medizintechnik Rechnung zu tragen.
Die neuen Anlagen müssen also skalierbar, flexibel und modular aufgebaut werden. Hierbei sind vor allem intelligente mechatronische Schnittstellen zwischen den einzelnen Systemen von entscheidender Bedeutung, um die Qualitätsanforderungen zu erfüllen und den Verfahrensprozess abbilden zu können.
Weitere technische Herausforderungen liegen in der Konzeption neuer Techniken, um den erhöhten Reinraumanforderungen in der Biotechnologie gerecht zu werden. Auch müssen neuartige Kultivierungsgefäße und Kultivierungseinrichtungen entwickelt werden, die einen automatisierten Ablauf überhaupt erlauben. Die vorgeschriebenen Qualitätskontrollen, die heute noch mangels technischer Möglichkeiten überwiegend manuell mittels Sichtprobe und unter Zerstörung von Referenzexemplaren durchgeführt werden, müssen den neuen Anforderungen angepasst und vor allem automatisiert werden.
Innerhalb des KMBW hat sich schon vor Jahren eine Gruppe von fünf Mitgliedern in der EOA GmbH zusammengeschlossen, um als Entwicklungs-Dienstleister in allen Disziplinen der Medizintechnik höchste Performance zu bieten. Dazu diente zunächst die 2-jährige Erfahrung von Design und Mechanik als Basis, um weitere Schlüsseltechnologien wie Elektronik, Software und medizintechnische Expertisen zu ergänzen.
In dieser Konstellation ist EOA nun in der Lage, sämtliche Aufgabenstellungen im Bereich Medizintechnik aus einer Hand zu lösen. Die GmbH hat sich am Markt so etabliert, dass sie gesuchter Löser in dieser Branche geworden ist. Natürlich sind wir als Netzwerk auf dieses „Netzwerkergebnis" auch etwas stolz. Durch die mechatronische Kompetenz im KMBW wächst der Anteil der Mitglieder im medizintechnischen Bereich ständig auf aktuell ca. 10 Prozent.
Volker Schiek Kompetenznetzwerk Mechatronik BW e.V. www.mechatronik-ev.de
