- „Können Sie uns ein flexibles Zuführsystem bauen, mit dem wir den Typenwechsel von Kunststoffdeckeln nur noch per Knopfdruck vornehmen müssen?", fragte Heinrich Halling, Leiter Betriebsmittelkonstruktion bei Tyco Electronics, den Sondermaschinenbauer Ifc. Heraus kam der Ifc-Flexfeeder.
Kunststoffdeckel: Typenwechsel per Knopfdruck
500 Stück von Steuereinheit A heute, 200 Stück von B morgen, 500 Stück von C übermorgen – die Variantenvielfalt im Automobilbau verlangt inzwischen kleine Losgrößen. Da kann das Umrüsten aufwändig und teuer werden. Tyco in Speyer benötigte daher ein Zuführsystem, mit dem flexibel mindestens sechs unterschiedliche Abdeckungen für Steuereinheiten korrekt der nächsten Montagestation zugeführt werden. Diese verschweißt per Laser die Abdeckungen der Steuereinheiten mit den Kunststoffgehäusen.
Ein dem Handling vorgelagertes Zuführsystem vereinzelt heute die Kunststoff-Abdeckungen und führt sie über ein Förderband mit integrierter Beleuchtung dem Ifc-Flexfeeder zu. „Für die sechs unterschiedlichen Typen von Kunststoffdeckeln hätten wir ansonsten mindestens vier Fördertöpfe benötigt und damit bei Weitem mehr bezahlt als für das komplette Ifc-Flexfeeder-System", berichtet Halling. Richtig viel spart Tyco im laufenden Betrieb. Schließlich muss die Anlage an manchen Tagen bis zu fünfmal umgerüstet werden.
„Mit einer herkömmlichen Fördertopflösung hätten wir Rüstzeiten von drei bis fünf Stunden durch mechanische Anpassungen und Justage. Mit dem Ifc-Flexfeeder sind es nur 10 Minuten", ergänzt Halling. So sinken die Kosten um 30 Prozent. Bei Tyco erwartet man, dass sich die Anlage nach sechs bis zwölf Monaten amortisiert, zumal sich mit dem Ifc-Flexfeeder der Teiledurchsatz um 17 Prozent erhöht hat.
Das Kamerasystem SBO..-Q von Festo ermittelt Position und Drehlage der Teile und sendet diese an die Robotersteuerung. Falsch orientierte Abdeckungen werden über eine Rutsche gleich aussortiert und zum Wendelförderer zurückgeführt. Die richtig orientierten Teile greift das Robotersystem Tripod per Sauggreifer vom Prüfband und legt diese in eine Zentrierstation ab. Eine Schlitteneinheit fährt den Zentriergreifer aus dem Handlingbereich des Tripod. Dort entnimmt die Laserschweiß-Station die exakt positionierten Kunststoff-Abdeckungen, um diese für den nachfolgenden Schweißprozess auf dem Gehäuse zu positionieren.
Das Roboter-Handling ist wegen seiner geringen bewegten Masse dynamisch und dank seines pyramidenförmigen Aufbaus steif. Drei Doppel-stäbe sorgen dafür, dass die Flanschplatte ständig in einer waagrechten Position bleibt. Achsen und Motoren sind ortsfest. Als Antriebe dienen Servomotoren unterschiedlicher Baugrößen. Mit der Tripod-Kinematik, die Standardkomponenten aus dem Festo-Baukasten nutzt, bekommen Konstrukteure von Montagezellen sowie Systemintegratoren eine Alternative zu konventionellen kartesischen Portallösungen oder Scara-Robotern.
Festo AG & Co. KG www.festo.com
Ifc intelligent feeding components www.ifc-online.com
