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Interview: Manfred Hübschmann, Geschäftsführer, Stäubli Tec-Systems GmbH Robotics

„Der Highspeed-Roboter wird Performance-Maßstäbe setzen"

Manfred Hübschmann ist seit 1999 Geschäftsführer von Stäublis Robotiksparte in Deutschland und Verkaufsleiter Robotics weltweit. Der studierte Maschinenbau-Ingenieur arbeitet seit 1990 bei dem Schweizer Konzern: Erst als Leiter Automatisierungstechnik und dann als Division Manager für Robotics
Manfred Hübschmann ist seit 1999 Geschäftsführer von Stäublis Robotiksparte in Deutschland und Verkaufsleiter Robotics weltweit. Der studierte Maschinenbau-Ingenieur arbeitet seit 1990 bei dem Schweizer Konzern: Erst als Leiter Automatisierungstechnik und dann als Division Manager für Robotics
Mit Univaldrive lassen sich alle Stäubli-Kinematiken mit externen Steuerungen betreiben
Mit Univaldrive lassen sich alle Stäubli-Kinematiken mit externen Steuerungen betreiben
Warum die nahtlose Integration der Stäubli-Roboter in übergeordnete Steuerungen ein Meilenstein ist und was in Sachen Highspeed-Leichtbau aus Bayreuth dieses Jahr noch zu erwarten ist, verrät Manfred Hübschmann, Geschäftsführer Stäubli Robotics, im Gespräch mit der Automationspraxis.

· Stäubli gilt nicht gerade als Discounter unter den Roboterherstellern. Mit welchen Argumenten punkten Sie in Zeiten knapper Kassen?

Hübschmann: Es ist bei Robotern wie überall im Leben: Das Beste ist auf den ersten Blick nicht das Billigste, insgesamt gesehen aber meist doch das Preiswerteste. Unsere Roboter setzen Maßstäbe in der Performance. Ihre Wirtschaftlichkeit stellen sie mit hoher Zuverlässigkeit, langen Wartungsintervallen und einer überdurchschnittlichen Lebensdauer unter Beweis. Preislich liegen sie dabei auf dem Niveau anderer Premiumhersteller, so dass sich Stäubli Roboter unter Einbeziehung der Betriebskosten über viele Jahre hinweg als besonders preiswert erweisen.

· Sie haben als einer der ersten das Medizinsegment entdeckt. Wo kommen Ihre Geräte hier zum Einsatz?

Hübschmann: Aufgrund der einzigartigen, voll gekapselten Bauweise unserer Roboter und der einhergehenden Reinraumtauglichkeit sind sie für das komplette Applikationsspektrum in der Medizintechnik oder weiter gefasst im Life Science-Bereich allererste Wahl. Unsere Präzisionsroboter gelten als Referenz für Einsätze in der Laborautomation, der Medikamentenforschung und -dosierung, der Medizin- und Pharmaindustrie sowie bei der Automation in Krankenhäusern und nicht zuletzt bei der robotergestützten Chirurgie.

· Sie haben einige Modelle für reinigungsintensive Umgebungen: Wie unterscheiden sich die Stericlean und die Cleanroom- und die HE-Variante?

Hübschmann: Die drei Varianten unterscheiden sich ganz wesentlich sowohl im Hinblick auf ihre Einsatzbereiche als auch in der technischen Ausführung. Unsere Cleanroom-Roboter sind in unterschiedlichen Reinraumklassifizierungen bis hin zu Reinraumklasse ISO 2 erhältlich. Bei den Stericlean und HE-Versionen handelt es sich um Spezialmaschinen für Sondereinsätze, die zusätzlich zu ihrer Reinraumtauglichkeit weitere besondere Eigenschaften aufweisen. So kann der Stericlean dank einer speziellen Kapselung, der Verwendung von Edelstahlbauteilen sowie einer aufwändigen Oberflächenbehandlung in Wasserstoffperoxid-Umgebungen arbeiten. Erstmals werden damit Sterilisations- und Dekontaminations-Prozesse automatisierbar. Die HE-Versionen sind ebenfalls auf die Einsatzbedingungen in Feuchträumen ausgelegt. Das Handgelenk der Maschinen erlaubt das Arbeiten in flüssigen Medien.

· Mit der Software Univaldrive öffnen Sie Ihre Robotersteuerung für die Integration in Maschinen. Warum?

Hübschmann: Das ist eine kleine Sensation, die derzeit einzigartig am Markt ist. Mit Univaldrive bieten wir den OEM-Kunden die Möglichkeit, alle Stäubli-Kinematiken mit externen Steuerungen zu betreiben. Im Klartext heißt das: Anlagenhersteller können mit ihren Steuerungen auch Scara- und Knickarmroboter von Stäubli programmieren, ohne sich mit einer fremden Programmieroberfläche auseinandersetzen zu müssen. Ein gewaltiger Vorteil, den dieser Kundenkreis sehr zu schätzen weiß. Die Programmierung erfolgt ausschließlich über die Motionsteuerung. Unser Roboter stellt sich dieser Steuerung gegenüber als System mit einzelnen Achsen dar. Die Kommunikation mit der Steuerung erfolgt über Sercos3 oder Ethercat.

· Wo wird es im Laufe diesen Jahres weitere Innovationen im Hause Stäubli Robotik geben?

Hübschmann: Unsere Entwicklungsabteilung arbeitet an einer Reihe von Neu- und Weiterentwicklungen sowohl im Roboterbereich als auch auf der Steuerungsseite. Ein Teil dieser Aktivitäten wird sich noch im Jahr 2011 in konkreten Produktinnovationen niederschlagen. Und soviel kann ich Ihnen heute schon versprechen: Darunter wird auch ein High-Speed-Roboter sein, der aufgrund einer höchst innovativen Konstruktionsweise neue Maßstäbe in punkto Performance setzen wird.

· In welchen anderen Bereichen wird bei Ihnen noch getüftelt? Spielen beispielsweise einfache Programmierung oder Themen wie Offline-Programmierung und Simulation für Sie eine Rolle?

Hübschmann: Bei Stäubli wird in diesen Bereichen schon ein wenig mehr als nur getüftelt. Als Beispiel für die Erfolge in diesen Bereichen seien nur unsere branchenspezifischen Bedienoberflächen Valtending, Valplast und Paintixen genannt. Diese Softwarepakete erlauben Anwendern aus den jeweiligen Branchen eine revolutionär einfache Bedienung der Roboter und haben somit die Akzeptanz der Robotik in diesen Bereichen erheblich gesteigert.

· Und welche Themenbereiche sind für Sie strategisch relevant? Folgen Sie Trends wie mobile Plattformen, Leichtbau oder sichere Mensch-Maschine-Kooperation?

Hübschmann: Auch hier halten wir alle drei Bereiche für strategisch relevant. Ohne mobile Plattformen lassen sich für bestimmte Applikationen keine optimalen Lösungen finden. Stäubli hat in bestimmten Bereichen bereits eine wegweisende mobile Plattform im Einsatz. Und was man mit Leichtbaulösungen erreichen kann, wird bei der Premiere unseres High-Speed-Roboters in diesem Jahr überaus deutlich werden. Lassen Sie sich überraschen. ab

Stäubli Tec-Systems GmbH Robotics www.staubli.com/robotik

„Roboter wird über die Motionsteuerung der Anlage programmiert"

29.07.2011


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