„Wir erleben eine Zunahme bei allen Kaltfügeverfahren"
· Vor welchen Herausforderungen steht die Verbindungstechnik angesichts des Leichtbau-Trends und wie reagieren Sie darauf?
Pfeiffer: Der Trend zum Leichtbau erhöht die Vielzahl der verwendeten Materialien. Zu den etablierten Werkstoffen Aluminium und Stähle auch höherer Festigkeit kommen nun so genannte ultra-hochfeste Stähle sowie auch Faserverbundwerkstoffe. Bestehende Fügeverfahren müssen in ihren Grenzen erweitert werden und wo das nicht reicht, müssen neue Wege gegangen werden. Wir haben aus diesen Gründen zu den bereits angebotenen Fügeverfahren Clinchen und Clinchnieten ergänzend das Vollstanznieten in unser Programm aufgenommen.
· Sprechen diese Leichtbau-Herausforderungen eher für oder eher gegen eine stärkere Automatisierung?
Pfeiffer: Eindeutig für die Automatisierung. Angesichts der Materialvielfalt müssen die präzise optimierten Prozesse stabil gehalten werden. Es ist heute Standard in der Automobilindustrie, dass Fügeprozesse auf den Punkt individuell programmiert und individuell überwacht sind.
· Führt dann der Leichtbau-Trend auch dazu, dass Verbindungstechnik à la Tox stärker nachgefragt wird auf Kosten des klassischen Schweißens?
Pfeiffer: Alle wärmegebundenen Fügeverfahren zeigen eine geringere Toleranz gegenüber dem angesprochenen Materialmix. Schmelzpunkte sind unterschiedlich, Materialaufweichungen und dadurch bedingte Kerbwirkungen sind kaum zu vermeiden. Wir erleben deshalb derzeit eindeutig eine Zunahme bei allen Kaltfügeverfahren, wie beispielweise dem Tox-Rund-Punkt-Verfahren.
· Generell geht der Trend ja zu kleineren Losgrößen und mehr Flexibilität in den Montageanlagen: Wie reagieren Sie auf diesen Trend?
Pfeiffer: Wir integrieren Toleranz! Unsere robotergeführten Clinchzangen können üblicherweise für verschiedene Modelle eingesetzt werden, es werden nur andere Programmabläufe angesteuert. Unsere Nietzange kann zudem mit nahezu beliebig vielen Niettypen ausgerüstet werden. Auf die Miniaturisierung der Bauteile reagieren wir zudem mit Innovationen wie dem Tox-Micropoint oder dem Tox-Twin-point.
· Zum Markt: Gerade die Automotive-Industrie war ja stark krisengebeutelt? Wie hat sich das auf Sie ausgewirkt und wie sind ihre Erwartungen für 2010?
Pfeiffer: Die deutsche Automobilindustrie hat sich als sehr vorausschauend gezeigt und auch in der Krisenzeit intensiv an Weiterentwicklungen gearbeitet. Dies konnten Lieferanten, die auch als Entwicklungspartner wahrgenommen werden, natürlich nutzen. Tox Pressotechnik wurde deshalb nicht im befürchteten Umfang von der Krise betroffen. Wir erhoffen, dass vor allem der asiatische Bedarf an Automobilen auch bei uns zu anhaltender Nachfrage unserer Produkte führt.
· Und in welchen Bereichen springt das Geschäft wieder an?
Pfeiffer: In allen von uns abgedeckten Marktbereichen ist ein Wiederaufschwung festzustellen. Die Unterhaltungselektronik profitiert von der Fußballweltmeisterschaft und in Asien sind Weißwaren sehr gefragt, um nur einige Beispiele zu nennen. ab
Tox Pressotechnik GmbH & Co. KG www.tox-de.com
„Leichtbau-Trend spricht für eine Automatisierung"
