- Armin Barnitzke, Stellv. Chefredakteur Automationspraxis
Alles ganz einfach
Roboter müssen einfacher werden. Diese Forderung ist nicht neu, mündet aber auf der diesjährigen Automatica in konkrete Fortschritte. Ein großes Thema der Messe ist die Integration der Robotersteuerung mit anderen Plattformen. So drängt Kuka seine eigene Roboter-Sprache KRL in den Hintergrund und öffnet sich den SPS- und CNC-Steuerungen von Siemens. Die Roboter lassen sich so ohne spezielle Robotik-Kenntnisse programmieren und bedienen.
Ähnliche Siemens-Verbindungen haben bereits Adept und Yaskawa geknüpft. Und auch Stäubli hat mit Unival drive seine Steuerung schon länger so geöffnet, dass sich deren Sechsachser und Scaras mit externen Maschinensteuerungen via Powerlink oder Sercos ansprechen lassen. Fanuc treibt ebenfalls die Steuerungsfusion voran und unterstreicht mit der Bezeichnung R-30iB die Nähe seines Roboter-Controllers zur hauseigenen CNC-Steuerung.
Natürlich haben sich auch die Steuerungsspezialisten wie Beckhoff, B&R oder Keba die Vereinigung von SPS, Motion Control und Robotik auf einer Plattform auf die Fahnen geschrieben. Beckhoff nutzt dazu die Power moderner Multicore-CPU. Das erspart eine separate Robotiksteuerung, und der Verzicht auf spezielle Robotikprogrammiersprachen reduziert die Engineering-Kosten.
Zudem wollen die Roboterhersteller auf Apples Usability-Erfolgswelle mitschwimmen. So hat Reis ein Multitouch-bedienbares „Reis-Pad" konzipiert, das die Programmierzeit um 30 Prozent verkürzen soll. Auch Fanuc nimmt Anleihen bei Apple und bezeichnet das Handbediengerät als „iPendant". Bei Kuka gibt es das „Smartpad" schon seit 2010. Ob die Roboter dadurch aber tatsächlich in Sachen Bedienfreundlichkeit mit den iPhones und iPads mithalten können, bleibt abzuwarten. Einfach das Handbediengerät mit einem möglichst smarten Namen aufzupeppen, macht den Roboter jedenfalls noch nicht einfacher. Wie weit die Benutzerfreundlichkeit tatsächlich gediehen ist, wird die Automatica aber zeigen. Man darf gespannt sein.
Armin Barnitzke, Stellv. Chefredakteur AutomationsPraxis
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