- Funktionalität und gutes Design müssen selbst bei Human Machine Interfaces für Maschinen und Anlagen kein Widerspruch sein. Das zeigt eine nach modernsten Erkenntnissen gestaltete und kompakte Bedieneinheit des Abfüll- und Verpackungsanlagenherstellers KHS, die B&R als Komplettpaket liefert.
Durchgängige Bedienung für die Linie
„Bisher werden Mensch-Maschine-Schnittstellen in der Regel für jede Maschine für sich betrachtet entworfen, auch wenn sie für den Betrieb in einer Linie gedacht sind", erläutert Tammo Zorn, stellvertretender Leiter der Vorentwicklung bei KHS. Für den Betreiber hat dies zur Folge, dass er sich mit unterschiedlichsten Bedienkonzepten auseinandersetzen muss, die zudem die Anforderungen der Bediener zu wenig berücksichtigen. „ Anlagenbetreiber wünschen sich daher eine einfachere Bedienung, Standardisierung und ein durchgängiges Bedienkonzept für die Maschinen einer Linie."
Bei der Entwicklung der neuesten HMI-Generation hat er sich daher von Anfang an externe Experten wie das Fraunhofer IAO und versierte Industriedesigner ins Boot geholt. Nachdem Konzept und Design in Grundzügen feststanden, begann die Suche nach der passenden Soft- und Hardware. Zorn: „Am Ende haben wir uns für B&R entschieden.
Ausschlaggebend war zum einen die gute Reputation auf dem Gebiet der kundenspezifischen HMIs, aber auch die Qualität und Schlüssigkeit der Lösung und die von Anfang an partnerschaftliche Herangehensweise." Gemeinsam wurde eine auf einem Tragarm montierte Bedieneinheit realisiert, die als Komplettpaket geliefert und künftig sukzessive in all KHS-Maschinen verbaut wird. Herzstück ist ein 15-Zoll-Touch-Panel-PC ohne rotierende Teile, auf dem die mit Zenon von Copa-Data umgesetzte Visualisierungsanwendung aufsetzt.
Das hygienegerechte Gehäuse aus Aluminium ist komplett staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt (IP 65). In die edle Front integriert sind drei Leuchtringtasten und ein Not-Aus-Schalter. Eine weitere Besonderheit ist ein integrierter, kundenspezifischer RFID-Empfänger.
„Die Nutzung drahtloser Identifikationstechnik ist ein zentrales Element unserer neuen Bedienphilosophie", unterstreicht Zorn. Zu oft hat er erlebt, dass das Zugangswort auf dem Schaltschrank notiert wurde. „Daher nutzen wir nun ein RFID-Kartensystem zur Anmeldung an der Maschine, wie es von vielen Unternehmen schon zur Zeiterfassung verwendet wird." Auf der Karte sind Daten vermerkt, die den Benutzer und seine Rolle in der Produktion (Bediener, Linienmanager, Laboranten sowie Service Techniker) identifizieren.
Entsprechend den Rollen werden die Informations- und Zugriffsrechte zugeordnet. Bei einer Anmeldung erhält der Mitarbeiter also nur die Bildschirmseiten und Funktionen aus der verfügbaren Gesamtmenge präsentiert, die er auch wirklich benötigt. Dadurch wird eine Überfrachtung der Visualisierung vermieden.
Zusammen mit einer ergonomisch gestalteten Bedienoberfläche trägt dies zu einer Verkürzung der Einarbeitungszeiten und Minimierung von Fehlbedienungen bei. Zusätzlich vereinfacht sich die Verwaltung der Zugriffsrechte. Und vor allem: Von jedem HMI kann auf jede x-beliebige Maschine der Linie zugegriffen werden, so dass der Bediener immer alles „im Blick hat" und gegebenenfalls schnell reagieren kann.
B&R Industrie-Elektronik GmbH www.br-automation.com
