- In den Verpackungsprozess integrierte Vision-Senoren von Omron sorgen bei Bayer für einen ordnungsgemäßen Aufdruck auf den Blisterverpackungen von Medikamenten. Die Kosteneinsparungen durch eine schnelle Reaktion auf Fehler sind immens.
Vision-Sensoren prüfen Aspirin-Packs
Eine achtstündige Schicht produziert bei Bayer Bitterfeld etwa 100 000 Aspirin-Packungen, also über 300 pro Minute. Nach der Verpackung der Tabletten in Blister druckt ein Tintenstrahldrucker Informationen zum Herstellungszeitpunkt, Chargennummer sowie Verfallsdatum auf die Rückseite. Anschließend werden die verpackten Tabletten von der großen Rolle ausgestanzt.
Früher wurde stichprobenartig kontrolliert, ob auf der Rückseite jeder Verpackungseinheit der Aufdruck vorhanden ist. Seit einem Jahr prüft nun eine integrierte, automatische Kontrolle, ob der Aufdruck auf jeder Blisterverpackung vorhanden und lesbar ist. Dafür war in erster Linie ein kostengünstiges System gefordert. Die Wahl fiel auf den ZFX Vision Sensor von Omron Electronics.
„Damit prüfen wir, ob der Aufdruck vorhanden und so gut ist, dass man ihn auch lesen kann", erläutert Sven Wingert, Technischer Koordinator im Technikteam der Verpackung bei der Bayer Bitterfeld. „Ein Klarschriftsystem wäre zwar theoretisch als Alternative denkbar gewesen. Allerdings ist es für unsere Anwendungszwecke überdimensioniert und damit zu teuer. Zudem reagieren Klarschriftsysteme sensibler, als für uns nötig. Sie würden schlimmstenfalls nur unnötig Alarm schlagen."
Den Auftrag für das Nachrüsten des Inspektionssystems in die Fertigungslinie erhielt die ETW Wollmershäuser. Da vor dem Ausstanzen auf der Rolle zwei Blisterverpackungen nebeneinander angeordnet sind, wird zum Erkennen der Aufdrucke auf beiden Messspuren jeweils eine Kamera benötigt. „Da wir in eine vorhandene Fertigungslinie nachrüsten und daher mit wenig Platz auskommen mussten, mussten die eingesetzten Komponenten sehr klein ausfallen", begründet Manfred Wollmershäuser, Geschäftsführer bei ETW, seine Produktwahl.
Zudem sollte sich Vision-System einfach an unterschiedliche Produkti- onschargen anpassen lassen. Dazu hat ETW eine Verstellmechanik entwickelt, mit der sich die Kameras in drei Achsen reproduzierbar verfahren lassen. Aber auch die Optik wird vor Herausforderungen gestellt. Einerseits spiegelt die Folie auf der Blisterunterseite, trotzdem muss der Vision-Sensor den Aufdruck zuverlässig erkennen können. Andererseits ändert sich die Farbe der Folie, was die Rückstrahlung und somit die Wahl der Beleuchtung beeinflusst. Je nach Farbe des Prüfobjektes wird nun entweder das im Vision-System integrierte Rotlicht verwendet oder externe Beleuchtungen mit anderen Farben zugeschaltet.
Nachdem der Vision-Sensor geprüft hat, ob ein Aufdruck vorhanden ist, werden die Blister ausgestanzt und Verpackungen mit fehlerhaften Drucken aussortiert. Dazu gibt das System ein „ Schlecht-Signal" an die übergeordnete Steuerung, die dieses zu Statistikzwecken speichert.
Wingert jedenfalls ist sehr zufrieden: „Wir können jetzt also unmittelbar auf Fehldrucke reagieren und nicht erst, wenn bereits mehrere hundert Packungen durch den fehlenden Aufdruck unbrauchbar wurden. Die Kosteneinsparungen, die wir durch diese schnelle Reaktion auf Fehler erzielen, sind daher immens."
Omron Electronics www.omron.de
