Erfolgsrezept im Auf- wie im Abschwung
Wir werden in Zukunft auf Produkte angewiesen sein, die ressourceneffizient arbeiten. Dafür stellt die Mess- und Automatisierungstechnik eine Schlüsseltechnologie dar. Mit diesen Thesen plädierte Gerald Gerlach, der Vorsitzende der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik, bereits 2009 dafür, die Potenziale der Automation zu nutzen.
Er verwies aber auch auf die Rolle der Automation als hidden technology. Es verwundert von dem her nicht, dass laut VDI/ISI-Studie nur etwas 40 Prozent der Unternehmen regelmäßig moderne Automatisierungstechniken wie Industrieroboter nutzen. Aus diesem Grund begrüßen wir das Automationspraxis-Forum mit dem passenden Titel „Keine Angst vor Automatisierung" und möchten die Gelegenheit nutzen, mit Beispielen aus der Praxis den positiven Einfluss der Automatisierung aufzuzeigen.
So geht das Unternehmen Geiger Fertigungstechnologie in Pretzfeld mit seiner eigenen Fertigung, die mit über 70 Robotern an ungefähr 180 Werkzeugmaschinen ausgestattet ist, mit gutem Beispiel voran. Vor zehn Jahren war kaum eine Station automatisiert. Heute liegt der Automatisierungsgrad bei 85 Prozent. Geiger Fertigungstechnologie ist das beste Beispiel dafür, dass eine spanende Fertigung auf qualitativ hohem Niveau in Deutschland durchaus lohnend ist. Mittlerweile vermarktet das Unternehmen sein entwickeltes Know-how in der Automatisierung von Prozessen erfolgreich am Markt.
Ähnlich sieht es bei der Staehle GmbH & Co. KG am Produktionsstandort Schifferstadt aus. Um wettbewerbsfähig zu sein, muss der Hersteller von Aerosol-Dosen so produzieren, dass man selbst bei chinesischen Preisen mithalten kann. Vor sechs Jahren zogen die ersten Roboter ein. Heute ist ein flexibles Handling ohne Roboter nicht mehr denkbar. „Mehr Flexibilität auf weniger Raum" – so lässt sich die Anlage zum Handling von Blechdosen bei Staehle in Schifferstadt beschreiben.
Manuelle Tätigkeiten sollten ersetzt, Mitarbeiter von schweren und stupiden Tätigkeiten entlastet werden. Ein erster Ansatz bot die geplante vollautomatische Verpackungsstraße. Grundsätzliche Fragen waren bald beantwortet: Wenn schon eine neue Fertigungsstraße, dann aber bitte möglichst flexibel. Heute sieht Werksleiter Oliver Berger sein Unternehmen innerhalb der Branche als führend in Sachen Automatisierung.
Am Standort mit den weltweit höchsten Lohnkosten noch wettbewerbsfähig Dosen produzieren zu können, sei nur mit einer intelligenten Automatisierung machbar. Berger: „Wir können es uns nicht mehr leisten, eine Aerosoldose ohne Roboter herzustellen." Die Anlage wurde firmenintern von Berger und seinem Team entwickelt und dann ein Anlagenbauer zur Umsetzung gesucht.
Allerdings muss eine solche Anlage nicht zwingend selbst geplant werden. Die Anlagenbauer und Ingenieurbüros sind mittlerweile sehr gut qualifiziert, so dass – sofern technisch möglich – immer eine Lösung gefunden werden kann. Fanuc bietet an dieser Stelle sein in Jahrzehnten aufgebautes Netzwerk an Systempartnern an und kann den Kunden neben dem passenden Industrieroboter auch den für ihre Fragestellung richtigen Partner vermitteln.
Ein anderer positiver Aspekt einer automatisierten Fertigung liegt in dessen Flexiblität in Bezug auf die Auslastung. So kann ein Produktionsleiter den Durchsatz der Anlage bei geringem Auftragsbestand runterfahren, und sobald die Auftragslage dies zulässt, ohne zusätzliche Kosten wieder hochfahren. Dieses Prinzip hat sich in der Produktion unseres japanischen Mutterkonzerns Fanuc Limited bewährt.
Automatisierung ist also nicht nur eine Chance für große Unternehmen mit entsprechendem Durchsatz. Mittlerweile kann sich eine automatisierte Anlage schon bei einer Losgröße von eins rechnen. Zudem können sie auf dem Markt hochwertige Bearbeitungszentren finden, die inklusive Roboter in der Preisklasse eines Kleinwagens liegen.
Gerald Mies Fanuc Robotics GmbH www.fanucrobotics.de
